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Kommentar: Lex Mergel |
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Volleyballfete gerettet
von Michael Korn
Hotelier Günter Mergel hat öffentlich gepoltert und gedroht
und die Stadt hat klein beigegeben: Ab sofort umgibt das Hotel am
Stadtpark eine Bannmeile der Friedhofsruhe. Aus Furcht vor Klagen
und etwaigen Schadensersatzforderungen überreagiert das Rathaus
aus der totalen Defensive heraus und unternimmt alles, um sich 1000-prozentig
rechtlich abzusichern. Die Organisatoren der DTV-Volleyballfete
bekommen dies als erste mit voller Wucht zu spüren. Mit einer
wahren Auflagenflut versucht die Stadt, doppelt und dreifach zu
laute Partystimmung zu vereiteln. Auf die Spitze wird die Lex
Mergel mit der Anschaffung zweier fest installierten Steuerungsanlagen
für die Lautstärke in Delmehalle und Delmeburg getrieben:
Die 20000-Euro-Rechnung für diese Lärmbremsen bleiben
an der städtischen Saalbau GmbH und damit letztlich an den
Steuerzahlern hängen. Es drängt sich angesichts der geballten
Vorschriftenladung der Eindruck auf, dass die Stadt sich zu sehr
in die Opferrolle drängen lässt, statt Mergel mit etwas
mehr Rückgrat entgegen zu treten. Der hat schließlich
das Hotel vor Jahren im Bewusstsein erworben, dass er die Herberge
in Nachbarschaft zu zwei ausgewiesenen Veranstaltungssälen
betreibt. Dies ist vergleichbar mit Häuslebauern, die sich
ihr Grundstück an der Bahnlinie oder am Gewerbegebiet kaufen
und sich hinterher über Verkehrslärm beschweren. Fehlt
nur noch, dass in Delmenhorst als nächster Schritt im Konflikt
mit Mergel im Innenstadt-Bereich bei Einsatzfahrten der Rettungskräfte
auch tagsüber das Martinshorn abgestellt wird. Die Fahrzeuge
donnern schließlich mehrmals täglich am Stadtpark-Hotel
vorbei.
Delmenhorster Kreisblatt, 30. April 2004 |