Pfingst-Turnier 2004
Presse


30. April 2004
Kommentar: Lex Mergel
  Volleyballfete „gerettet“

von Michael Korn

Hotelier Günter Mergel hat öffentlich gepoltert und gedroht und die Stadt hat klein beigegeben: Ab sofort umgibt das Hotel am Stadtpark eine Bannmeile der Friedhofsruhe.
Aus Furcht vor Klagen und etwaigen Schadensersatzforderungen überreagiert das Rathaus aus der totalen Defensive heraus und unternimmt alles, um sich „1000-prozentig“ rechtlich abzusichern. Die Organisatoren der DTV-Volleyballfete bekommen dies als erste mit voller Wucht zu spüren. Mit einer wahren Auflagenflut versucht die Stadt, doppelt und dreifach zu laute Partystimmung zu vereiteln. Auf die Spitze wird die „Lex Mergel“ mit der Anschaffung zweier fest installierten Steuerungsanlagen für die Lautstärke in Delmehalle und Delmeburg getrieben: Die 20000-Euro-Rechnung für diese Lärmbremsen bleiben an der städtischen Saalbau GmbH und damit letztlich an den Steuerzahlern hängen.
Es drängt sich angesichts der geballten Vorschriftenladung der Eindruck auf, dass die Stadt sich zu sehr in die Opferrolle drängen lässt, statt Mergel mit etwas mehr Rückgrat entgegen zu treten. Der hat schließlich das Hotel vor Jahren im Bewusstsein erworben, dass er die Herberge in Nachbarschaft zu zwei ausgewiesenen Veranstaltungssälen betreibt.
Dies ist vergleichbar mit Häuslebauern, die sich ihr Grundstück an der Bahnlinie oder am Gewerbegebiet kaufen und sich hinterher über Verkehrslärm beschweren. Fehlt nur noch, dass in Delmenhorst als nächster Schritt im Konflikt mit Mergel im Innenstadt-Bereich bei Einsatzfahrten der Rettungskräfte auch tagsüber das Martinshorn abgestellt wird. Die Fahrzeuge donnern schließlich mehrmals täglich am Stadtpark-Hotel vorbei.


Delmenhorster Kreisblatt, 30. April 2004

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