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Weser-Kurier, 21.05.2002

 
         
 

Flache Bälle für die Inselaffen

Die Wangerooger SG hat nur eine Volleyball-Mixed-Mannschaft

 
   
    Foto: Thorsten Konkel  
 

Müssen zu Hause den Ball flach halten: Die Inselaffen aus Wangerooge.

     
         
 

Delmenhorst. "Zu Hause müssen wir niedriger spielen", sagt Jochen Huber und ist ganz angetan von der hohen Hallendecke in der Wehrhahnhalle. Er ist der Teamchef der WSG-Inselaffen, die in Delmenhorst ihr zweites Turnier überhaupt spielten und mit einem respektablen 13. Platz im Mixed in der Leistungsklasse 6b wieder nach Hause fuhren.

 Das zu Hause der Inselaffen ist die Nordseeinsel Wangerooge. Dort trainiert die Wangerooger Sportgemeinschaft in einer umgebauten Flugzeughalle. "Der Boden ist top," findet Huber. Aber die Decken sind doch deutlich niedriger als in herkömmlichen Sporthallen. Deswegen spielen sie flacher auf der Insel.

Das aber auch erst seit drei Jahren. Zwar gibt es die Volleyballabteilung im Verein schon länger. Aber bis vor drei Jahren war die ganze Abteilung eine einzige Karteileiche. Bis WSG-Boss Uwe Osterloh dem Sport des Baggerns wieder Leben einhauchte. Seitdem rekrutiert Huber neue Spieler. Acht hat er zusammen, mit denen er richtig spielen kann. Aber nur bei Mixed-Turnieren, denn für eine Herren- oder Damenmannschaft reicht es noch nicht. Noch nicht. Denn mittlerweile sind weitere zwölf Nachwuchsvolleyballer in der Mache.

Und so reiste die kuriose Insel-Delegation mit den jeweils vier spielfertigen Mädels und Jungs zum zweiten Mal aufs Festland, um festzustellen, dass das Training gegen sich selbst auf der Insel nicht allzu fruchtbar ist. Zumal das Team nicht gerade homogen zu nennen ist. Mit der elfjährigen Martje Lindner steht der Volleyball-Frischling zusammen mit dem 39-jährigen Mannschafts-Methusalem, ihrem Papa Dirk Lindner, auf dem Platz.

"Für uns ist dieses großartige Turnier natürlich nur zum Üben', sagt Huber. Denn Erfahrungen gegen andere Mannschaften im Punktspielbetrieb zu sammeln ist für die Inselaffen nicht möglich, da Wangerooge tiedeabhängig ist. Soll heißen, die Fähren fahren jeden Tag zu anderen Zeiten. Das ist Schiete für einen geregelten Ablauf. Und so warten sie aufs nächste Turnier und spielen sie auf dem Eiland weiterhin drei gegen drei im Training. Und natürlich nicht so hoch wie in Delmenhorst. Denn auf Wangerooge spielt man eben niedriger.

Text: Andreas Becker

Ausgabe vom 21.05.2002
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