VG Del-Berg-Um in der Presse  

Sonntagsblatt, 03.06.2001

 
         
 

"Namenloses" Pfingstturnier

Niveau gesunken, Kreativität auch: Spaßfaktor nicht

 
         
 

 

 

Feiern ja, und auf dem Feld volle Pulle. Hier erwarten drei Heidkrugerinnen den Eckernförder Schmetterball. Eingeklinkt: Ein "lauschiges" Plätzchen in der Stadtbadhalle.

Fotos: Nistler

 
     
 

Delmenhorst. Früher war alles besser? Vielleicht. Auf jeden Fall noch im Jahr 1998, als das Kult-Turnier des Delmenhorster TV an Pfingsten erst- und letztmalig mit einem Beach-Turnier und über 2000 Aktiven aufwartete. "Keine Frage, das Niveau ist gesunken", meinte ein Trainer, der namentlich nicht genannt werden wollte. Zwar treten immer noch 275 Teams an drei tagen in Delmenhorster Hallen an, aber die Konkurrenz lukrativerer Beach-Turniere erweist sich als zu groß.

Sie locken die Erstligaspieler zu den Top-Events. So schätzten im Vorjahr die Adler aus Kiel noch die lockere Atmosphäre in der Delmestadt. In diesem Jahr hielten sie es nicht einmal für nötig, ihre Absage bekannt zu geben ...

Kreativer und kultiger waren in den letzten Jahren auch die Fantasienamen der Breitensportler. Die Zeiten, als "Haschbären" gegen "Struuuuunz" um die Wette baggerten und schmetterten sind vorbei: Bezeichnenderweise ging der Leistungsklasse IV der Damen das Team der "Namenlosen" an den Start.

Die Enttäuschung schleppender Anmeldungen und die Absage des TV Jahn, der aus organisatorischen Gründen keine Mannschaft melden konnte, war Organisationschef Marco Thiel deutlich anzumerken. Immerhin kümmerte sich Thiel mit seinen zahlreichen Helfern bereits monatelang im voraus um einen reibungslosen Ablauf des Traditionsturniers.

Aber bereits im Vorjahr ahnte Marco Thiel, was auf ihn zukommen würde: "Ich bin aber auch zu blöd, wenn ich sehe, was bei diesem Mammutturnier berücksichtigt werden muss", wunderte sich Thiel fast schon selber über seine Zusage, das Turnier federführend zu organisieren. Nach 15 Jahren quittierte Orga-Chefin Kerstin Frohburg im letzten Jahr ihren Dienst.

Wenn in der Vergangenheit die mit Bundes- und Regionalliga gespickten Konkurrenzen dem Turnier die Krone aufsetzten, so steht das Turnier anno 2001 eindeutig im Zeichen des Breitensports. Naturgemäß nutzten die Teams die gelungene Symbiose zwischen Sport und Spaß, vor allem in der heute stattfindenden Mixed-Konkurrenz.

Und die Party steht neben der Lust am Volleyballsport gleichermaßen im Vordergrund. Bis in die frühen Morgenstunden tanzten und feierten die Teams gestern in der Delmehalle.

Apropos "früher war alles besser": Den Wettergott und die Sportler sowie Zeltenden am Stadion verbanden schon bessere Tage. Doch ein gutes hatte der Regen dann doch: Das Beach-Turnier hat so wohl kaum einer vermisst...

Timo Frers

 

 

 

         
 

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